Wie Kommunikationsprofis den grössten Sprachfehler vermeiden



Wer heute kommuniziert, kommt um die geschlechtergerechte Sprache nicht herum. Dafür gibt es den Genderstern - oder eine andere Variante.


Kürzlich hat es der Streaming-Dienst Spotify getan und selbst traditionelle Headhunter tun es: sie verwenden in ihrer Kommunikation den Gender-Stern. Musik stammt jetzt von Künstler*innen, gesucht werden künftige Direktor*innen. Das kleine Zeichen hat einen rasanten Aufstieg hingelegt - und macht viele rasend.


Noch vor wenigen Jahren ist der Genderstern wenig verbreitet, sein Einsatz wird überwiegend als progressiv oder provozierend bewertet. Das ändert sich spätestens Ende 2018. Unter dem breit geführten Diskurs zur geschlechtergerechten Sprache sieht sich der Rat für Deutsche Rechtschreibung gezwungen, Stellung zu nehmen.


Das Fazit: Das oberste Organ der deutschen Sprache empfiehlt die geschlechtergerechte Schreibung, erhebt sie aber nicht zur Pflicht. Vielmehr sei die Darstellung der Geschlechter differenziert zu praktizieren.


Autor*innen in Gender-Panik


Zuerst frohlocken profilierte Autoren und einzelne Autorinnen ob der Wahlfreiheit der Sprache, dann brechen einige in Panik aus. Der Verein Deutsche Sprache mit dem bekannten Sprachkritiker Wolf Schneider fürchtet sich vor einem “Gender-Unfug” und sammelt Unterschriften gegen die geschlechtergerechte Sprache. Mehr als 75’000 Menschen sind dafür.


Die Argumente gegen die gendergerechte Sprache: Sie sei lächerlich, unleserlich, Frauen seien seit jeher mitgemeint und Angela Merkel sei ja auch Bundeskanzlerin geworden, obwohl es dieses Wort davor nicht gab (kein Witz).


Mit oder ohne Stern


Aus kommunikativer Sicht hat die Kritik wenig Substanz. Es dominieren die Emotionen und Traditionen - obwohl alle wissen: Sprache ist im steten Wandel. Und nein, das generische Maskulinum spricht Frauen erwiesenermassen nicht an. Machen wir es also kurz: Ökonomisch kann es sich keine Persönlichkeit, Firma oder Organisation leisten, nur einen Teil der Zielgruppe anzusprechen. Nach Innen wie nach Aussen ist Diversität ein Wettbewerbsvorteil. Auf Sprachebene gibt es dafür zwei Lösungen.


Der einfache Weg: Verwenden Sie den Genderstern. Er ist gewöhnungsbedürftig, aber simpel in der Anwendung. Ein guter Start ist die Überarbeitung bestehender Inhalte. In Titeln und Leads ist er allenfalls zu langwierig. Zum Glück gibt eine zweite Variante ohne Stern: Arbeiten Sie härter an Ihren Texten als zuvor.


Die wichtigste Regel für die elegante und gendergerechte Sprache ohne den Asterisk: Lassen sie alle unnötigen Zeichen weg. Gender-Gap, Binnen-I, Klammern, Schräg- und Bindestriche sind nicht brauchbar.


Weg mit dem Zeichensalat


Arbeiten Sie entweder mit Doppelnennungen (Kundinnen und Kunden), Ersatzformen (Fachperson) oder schöpfen Sie für mehr Eleganz die Möglichkeiten der Sprache aus. “Alle” statt “jeder”, Passiv-Formen ohne “man” etc. Sinnvolle Inputs und Optionen gibt es im Verzeichnis auf geschicktgendern.de.


Anfangs mag der Aufwand abschrecken. Aber er lohnt sich - und mit der steigenden Routine wird es immer einfacher, modern und ohne ökonomischen Sprachfehler zu kommunizieren. Falls Ihnen das zu mühsam erscheint oder Sie sich nur schwer vorstellen können, wie Ihre Inhalte gut lesbar und gleichzeitig geschlechtergerecht daherkommen: Wir beraten Sie gerne. Und setzen die gendergerechte Sprache noch lieber in Ihrer Praxis um.


Eine Warnung: Stärker und viel schneller als Worte wirken Ihre Bilder. Deshalb beleuchten wir im nächsten Beitrag, welche Klischees Sie bei Ihrem visuellen Auftritt leicht vermeiden und wie Sie stattdessen mit Glaubwürdigkeit punkten.


Bis dahin empfehlen wir Ihnen unser neustes Tool, mit dem Sie schneller zum Preis für starken Inhalt kommen als anderswo: zum Preisrechner.


PS: Lesen Sie auch: Der Sprachfehler von Kommunikationsprofis

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